Ultimate

ultimate_sportUltimate ist ein Mannschaftssport, der mit zwei Mannschaften von je sieben Feldspielern (plus Auswechselspieler) auf einem rechteckigen Rasenspielfeld gespielt wird. Punkte werden erzielt, indem die Scheibe in der gegnerischen Endzone auf Pass eines Mitspielers gefangen wird. Das Team, das die vorgegebene Punktzahl (13, 15 oder 19 Punkte, je nach Turnier) zuerst erreicht, gewinnt. An Turnieren wird oft auch eine bestimmte Zeitlimite definiert. Ultimate wird immer ohne Schiedsrichter gespielt, denn man geht davon aus, dass kein Spieler die Regeln absichtlich verletzt. Daher gibt es keine strengen Strafen, sondern nur bestimmte Vorgehensweisen, die es erlauben, das Spiel so fortzusetzen, als hätte es keinen Zwischenfall gegeben. Die Spieler fällen grundsätzlich alle Entscheidungen selber. Sowohl für den Angriff als auch für die Verteidigung gibt es verschiedene Taktiken. Bei guten Witterungsbedingungen wenden die Teams eine der vielen Arten von Mann-Deckung an. Bei Wind wird von routinierten Teams meist eine der verschiedenen Zonen-Deckungen gespielt.

Spielablauf

Zum Spielbeginn und nach jedem Punkt stellen sich die beiden Teams auf ihren Punktlinien auf. Die verteidigende Mannschaft wirft die Scheibe so weit wie möglich in Richtung des gegnerischen Teams (Anwurf). Dieses fängt oder hebt das Frisbee auf und beginnt zu spielen. Das Frisbee darf nicht über das Spielfeld getragen werden; es muss von Spieler zu Spieler geworfen, und so nach vorne gespielt werden. Wer die Scheibe fängt, muss schnellstmöglich stehen bleiben. Bis dass der Wurf erfolgt ist, muss ein Fuss fest auf dem Boden bleiben. Mit dem anderen sind Sternschritte erlaubt. Die Mannschaft, die im Besitz der Scheibe ist, spielt diese in Richtung Endzone. Die gegnerische Mannschaft versucht, dies zu verhindern, und den Besitz der Scheibe durch das Erzwingen eines so genannten Turnovers zu erreichen. Ein Turnover ereignet sich immer dann, wenn 1) ein Pass nicht bei einem Teamkamerad ankommt, 2) die Scheibe von einem gegnerischen Spieler gefangen oder zu Boden geschlagen wird 3) die Scheibe den Boden berührt oder 4) die Scheibe von einem Angreifer im Aus gefangen wird. Der Gegner bekommt die Scheibe dort, wo sie nach dem Turnover liegen geblieben war, respektive dort, wo sie das Feld verlassen hatte. Lediglich ein defensiver Spieler darf den werfenden Gegner decken, wobei er mindestens einen Frisbee-Durchmesser (28 cm) Abstand halten muss. Das Frisbee darf dem Gegner nicht aus den Händen gerissen werden. Fangen zwei gegnerische Spieler die Scheibe gleichzeitig, gehört sie dem Angreifer. Das Frisbee darf in alle Richtungen geworfen werden. Es gibt kein Offside und keine Straf-Räume. Erzielt eine Mannschaft einen Punkt, so führt sie nach einem Seitenwechsel den Anwurf aus.

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Was Ultimate zu einem besonderen Sport macht, ist die Selbstverwaltung der Spieler. Prinzipiell ist es ein körperloser Sport, das heißt Tackling wie beim Football ist nicht erlaubt. Natürlich kommt es trotzdem gelegentlich zu Karambolagen oder Fouls. Ein Schiedsrichter wird jedoch nicht benötigt, da der gefoulte Spieler einfach selbst “Foul” ruft. Dabei wird der Spielfluss eingefroren („Freeze“), alle Spieler müssen stehen bleiben. Wenn der unmittelbar beteiligte Gegenspieler das Foul anerkennt, behält der gefoulte Spieler die Scheibe, bestreitet sein Gegenspieler ein Foulspiel („Contest“), geht die Scheibe zum Werfer zurück und das Spiel geht von dort weiter. In jedem Fall wird das „Freeze“ durch einen „Check“ aufgehoben und die Scheibe damit wieder freigegeben.

Auch, ob eine Scheibe im Aus gefangen wurde oder ob ein „Travelling“ wie beim Basketball stattfand, obliegt der Entscheidung der Spieler. Das fördert die Fairness und es funktioniert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Zudem macht sich kein Spieler beliebt, wenn er wegen einer Kleinigkeit “Foul” ruft oder jedes echte Foul contestet. Dieses faire Verhalten auf dem Feld spiegelt auch ein Zitat aus den Statuten des Weltverbandes wieder. Es gilt für alle Discsportarten:

Der Flugscheibensport hat seit seiner Entstehung stets auf den Sportsgeist des Einzelnen vertraut. Trotz des hohen kämpferischen Einsatzes stehen der gegenseitige Respekt und die Freude am Spiel im Vordergrund. Es wird davon ausgegangen, dass kein Spieler die vorher vereinbarten Regeln absichtlich verletzt. Kontrolle oder Sanktionen sind daher unnötig.

Spielfeld

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Das Ultimate-Feld besteht aus dem Hauptspielfeld und aus zwei an den Stirnseiten des Hauptspielfeldes angeschlossenen Endzonen.

An Turnieren wie WM und EM müssen die vorgeschriebenen Längen und Breiten des Spielfeldes eingehalten wer-den. Bei Nationalen oder nicht offiziellen Turnieren werden die Abmessungen des Feldes oft den vorhandenen Platzverhältnisse angepasst. Ultimate wird auf Rasen gespielt. Es gibt aber auch Turniere, die auf Sand oder in Hallen ausgetragen werden.

Scheibe

Der Sport Ultimate verwendet 175 Gramm schwere Scheibe, deren Durchmesser 28 cm misst.

Spirit of the Game – der zentrale Punkt im Ultimate

In einigen Sportarten, beispielsweise im Fussball, gehören Schwalben und sonstige schauspielerische Einlagen nach selbst begangenen Fouls zum Charakter des Sports. Nicht so beim Ultimate. Die offiziellen Regeln verbieten jegliche Interventionen wie etwa absichtlich begangene Fouls, da diese gegen die Fairness und Sportlichkeit verstossen. Der überzeugendste Beweis dafür ist das gänzliche Fehlen von Strafen und Sanktionen in den Ultimate Regeln. Es wird davon ausgegangen, dass niemand die Regeln absichtlich verletzt und dass aus diesem Grund auch kein Anlass für Strafen besteht. Dieser Gedanke ist heutzutage revolutionär. Man stelle sich ein Land vor, das keine Möglichkeiten zur Durchsetzung der geltenden Regeln besitzt, da angenommen wird, dass jeder Einzelne die Regeln von sich aus einhält. Ist dies albern? Oder gar naiv? Im Ultimate funktioniert es. Im Ultimate zeichnet jeder Sportler für sein eigenes Benehmen verantwortlich. Es existieren keine Schiedsrichter, die ordnungsgemässes Benehmen sicherstellen. So liegt es auch in der Verantwortung des Spielers, ein unabsichtlich begangenes Foul zu rufen (Call), auch wenn es sich dabei um ein von ihm selber begangenes Foul handelt. Ultimate basiert auf Würde und Respekt. Kommt es dennoch zu einem Regelverstoss, existieren vorher definierte Vorgehensweisen, wie das Spiel wieder aufgenommen und fortgesetzt werden kann. Wie bei anderen Sportarten braucht es auch im Ultimate seine Zeit, bis ein Spieler alle Regeln kennt und anwenden kann. Im Zentrum aller Regeln steht immer der Spirit, die sportliche Fairness. Der Spirit motiviert zur spielerischen Höchstleistung, stets unter Berücksichtigung des gegenseitigen Respekts und der vereinbarten Spielregeln. Spirit, Fairness und die grundlegende Freude am Spiel machen Ultimate zu einer wunderbaren Herausforderung – wer sie annimmt, dem ist Gewinn sicher.

Ultimate in der Schweiz

Ultimate wird seit den Anfängen des Frisbeesportes in der Schweiz gespielt. Nebst den verschiedenen Einzeldisziplinen, wurden in den gegründeten Clubs hauptsächlich Ultimate gespielt, was dann auch relativ schnell zur Bildung einer Nationalmannschaft führte. Mittlerweile gibt es in allen Regionen der Schweiz Ultimate-Teams, welche sich in einer nationalen Meisterschaft messen.

Ultimate wird in der Schweiz durch einen eigenen Fachverband betreut. Weitere Informationen auf www.ultimate.ch